13. HiSoN Summer School auf Lesbos

13. HiSoN Summer School im Metochi Study Centre auf Lesbos

Vom 14. bis zum 21. Juli fand die diesjährige Summer School des Historical Sociolinguistics Network (HiSoN) auf Lesbos statt.

Dabei hatten drei Mitglieder der Nachwuchsforschergruppe „Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte“ die Gelegenheit, eine Woche in der idyllischen Atmosphäre des Metochi Study Centres der Universität Agder auf der griechischen Insel Lesbos mit ca. 40 anderen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem Feld der historischen Soziolinguistik zu verbringen. Während dieser Zeit konnten wir an sieben Kursen, die in Verbindung zu diesem Forschungsgebiet stehen, teilnehmen. So erhielten wir Einblicke in andere Forschungsprojekte, die sich mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen wie die Nachwuchsforschergruppe, zum Beispiel im Kurs von Simeon Dekker (Universität Bern) zu den Altrussischen ‚Birchbark Letters‘, in Esther-Miriam Wagners (Universität Cambridge) Beitrag zu Judäo-Arabischen Briefen und im Kurs zu stilistischer Variation von Juan Manuel Hernández-Campoy (Universität Murcia). Dabei konnten wir auch verschiedene theoretische Ansätze kennenlernen und vertiefen. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, uns mit anderen Forschungsrichtungen der Historischen Soziolinguistik wie der Normativen Linguistik im Zusammenhang mit der Aussprachestandardisierung im Englischen im 18. Jahrhundert (im Kurs von Nuria Yáñez-Bouza von der Universität Vigo) und der Forschung zur Koineisierung des Spanischen (Donald Tuten, Emroy University Atlanta) auseinanderzusetzen. Einen besonderen Bezug zum Ort der Summer School hatte der Kurs von Peter Trudgill (Universität Fribourg), der sich mit der Geschichte des Griechischen aus soziolinguistischer Perspektive beschäftigte. Diese Verbindung zum Veranstaltungsort setzte sich auch im Abendvortrag von Angela Ralli (Universität Patras) fort, die uns eine Einführung in den auf Lesbos gesprochenen griechischen Dialekt bot.

Die Nachwuchsforschergruppe konnte aber nicht nur neue Anregungen aufnehmen, sondern auch eigene Impulse an die anderen Teilnehmenden weitergeben, denn Gruppenleiter Markus Schiegg hielt selbst einen Kurs zum Thema „Language history and linguistic flexibility ‚from below‘“.

Die gemeinsame Zeit mit an ähnlichen Themen interessierten Forschern und Forscherinnen aus verschiedenen Ländern Europas sowie u.a. den USA und Neuseeland bot aber auch außerhalb der Kurse ausreichend Gelegenheit, sich über die eigenen Projekte und gemeinsame Interessen auszutauschen. An zwei Abenden gehörte dann auch den Teilnehmern selbst die Bühne. Wir hatten die Möglichkeit, vorzustellen, woran wir gerade arbeiten – egal, ob Ergebnisse oder geplante Projekte, ob Masterarbeit, Dissertation oder Lehrveranstaltung. Die Präsentationen wurden im für diesen Programmpunkt bewährten PechaKucha-Format gehalten, das jedem Vortragenden erlaubt, 20 Folien für je 20 Sekunden zu zeigen, sodass man herausgefordert wird, dem Publikum einen kurzen und prägnanten Einblick in sein Thema zu geben. Auch die beiden Vertreterinnen der Nachwuchsforschergruppe, Franziska Eber und Katharina Gunkler, stellten hier ihre momentane Arbeit vor.

Neben der Beschäftigung mit der Soziolinguistik hatten wir aber auch etwas Zeit, um die Insel kennen zu lernen. In den Mittagspausen konnten wir Spaziergänge in die umliegende Natur unternehmen oder einen Ausflug zum nahegelegenen Strand machen. Am Donnerstag unterbrachen wir unser Kursprogramm für einen Ausflug mit der ganzen Gruppe. Zu unserem ersten Ziel – dem Hauptkloster Limonos, zu dem Metochi gehört – machten wir uns zu Fuß auf einem historischen Steinpfad, der die beiden Klöster verbindet, auf. Nach der Besichtigung des Klosters und des zugehörigen Museums brachte uns ein Bus in den Norden der Insel, nach Molivos. In diesem malerischen Küstenstädtchen aßen wir zu Mittag und hatten noch etwas Zeit für einen Spaziergang und einen Einkaufsbummel. Den Abschluss des gemeinsamen Ausflugstages bildeten ein Besuch des Strands in Petra und ein wie immer köstliches Abendessen mit regionalen Produkten in unserer Unterkunft Metochi.

Nach einer Woche voller interessantem Input und guten Gesprächen kehrten wir mit neuen Ideen und motiviert an unsere Arbeit zurück.

Katharina Gunkler, Hilfskraft der Nachwuchsforschergruppe