12. HiSoN Summer School an der Université de Lausanne

  1.   12. HiSoN Summer School an der Université de Lausanne

Vom 22. bis zum 29. Juli 2018 fand an der Université de Lausanne die 12. Summer School des Historical Sociolinguistics Network (HiSoN) statt.

Dazu machte sich die Nachwuchsforschergruppe „Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte“ um Dr. Markus Schiegg fast vollständig auf den Weg in die Schweiz. Wir hatten zunächst noch ein wenig Zeit, um Lausanne und die Umgebung zu erkunden, bevor wir Sonntagabend die übrigen rund 40 Teilnehmer und Dozenten kennenlernten, die unter anderem aus Uruguay, Südafrika und China angereist waren.

Von Montag bis Freitag erfuhren wir viel Neues und vertieften bekanntes Wissen über die historische Soziolinguistik. Dabei besuchten wir jeweils vierstündige Einheiten zu spezifischen Themen wie „Exploring historical orality“ (Simon Pickl, University of Cambridge / Universität Salzburg) oder „Bilingual optimization strategies in language change“ (Suzanne Aalberse, Universiteit van Amsterdam). Zur Vorbereitung auf die Kurse hatten wir bereits Literatur gelesen, die diskutiert, aufbereitet und vertieft wurde. Auch methodisch konnten wir einiges Neues lernen; in den Einheiten von Jonathan Culpeper (University of Lancaster)

versuchten wir uns daran, mit Korpora – online verfügbare und durchsuchbare Textsammlungen – zu arbeiten, wobei uns die Sprache Shakespeares als Grundlage diente. Neben den Kursen, die von insgesamt sieben Dozenten vorbereitet wurden, waren auch die Teilnehmer gefragt, etwas zum akademischen Programm beizutragen. Jeder hatte die Möglichkeit, sein Forschungsthema in einer kurzen Präsentation vorzustellen. Dabei war nur die Präsentationsart festgelegt: „Pecha Kucha“. Dieses vor allem für die Wissenschaft eher ungewöhnliche Format zeichnet sich dadurch aus, dass insgesamt 20 Folien nur jeweils 20 Sekunden angezeigt werden. Dadurch ergibt sich eine Vortragszeit von 6 Minuten und 40 Sekunden, wodurch weitschweifige Erklärungen automatisch abgekürzt werden. Für das Publikum ist es zugleich kurzweilig und spannend, ob der Referent die Zeitbegrenzungen einhalten kann. So konnten wir von 18 Teilnehmern einen genaueren Einblick erhalten, womit sie sich jeweils in ihrem Arbeitsalltag beschäftigen. Der Abendvortrag zu dem Thema „Tracking and modeling linguistic change with Web data, big and small“ von Robert West, einem Assistenzprofessor in Computer Science an der EPFL (= École polytechnique fédérale de Lausanne), zeigte uns den nicht-linguistischen Blick auf Sprache in Bier-Bewertungsseiten sowie die Vorteile und Gefahren von großen Datenmengen.

Auch außerhalb der Kurse gab es genügend Gelegenheiten, die anderen Teilnehmer zu treffen und gemeinsam die freie Zeit zu gestalten. Dienstagabend kamen wir zum Schweizer Käsefondue zusammen und den Donnerstag ließen wir im wunderschönen Ort Cully bei einer Weinprobe ausklingen. Am Samstag, dem letzten Tag der Summer School, unternahmen wir eine kleine Wanderung durch die Weinberge von Lavaux, die zum UNESCO-Welterbe zählen, und anschließend am Genfer See entlang Richtung Lutry. Von dort ging es mit dem Bus zurück nach Lausanne zum Olympischen Museum, das wir mit einer Führung und anhand zahlreicher interaktiver Ausstellungsstücke erkunden konnten. Zum Abschluss des Tages und der gesamten Summer School trafen wir uns abends dann im Restaurant Chalet Suisse zum Aperó und anschließenden 3-Gänge-Menü, bei dem wir ein letztes Mal das Zusammensein genießen konnten. Das Aufeinandertreffen von Linguisten unterschiedlichster Sprachen zeigte uns einerseits die Vielfalt des Faches auf, andererseits, dass man mit seinen Interessen nicht alleine ist. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und natürlich auch das Kennenlernen einer ganz besonderen Gemeinschaft machte die Summer School zu dem perfekten Ausklang des ersten Projektjahres.

Franziska Eber, Doktorandin der Nachwuchsforschergruppe